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Richard Adolf ZsigmondyDer österreichische Chemiker ungarischer Abstammung wurde in Wien geboren und interessierte sich schon sehr früh für die Chemie. Seine akademische Laufbahn begann an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien, von der er bald zur Technischen Universität Wien und 1887 zur Universität München wechselte, um organische Chemie zu studieren.
Seine Forschung trug wesentlich zur Herstellung von Porzellanfarben bei.Nach Erhalt seines Doktortitels im Jahr 1889 begann er in Berlin als Assistent eines Physikprofessors zu arbeiten. Während dieser Zeit führte er seine höchst bemerkenswerten Forschungsarbeiten an der Chemie von Kolloiden, insbesondere Gold-Hydrosolen durch. Er fand heraus, dass die Farbe des Gold-Hydrosols vom Dispersitätsgrad abhängt. Er erarbeitete Methoden zur Herstellung von Kolloidlösungen und untersuchte außerdem die Art des gemeinhin als Cassius'schen Goldpurpur bekannten Gold-Hydrosols. In Jena untersuchte er als Kolloidalsysteme gefärbte Gläser und leistete dort einen wesentlichen Beitrag zur Lösung des Problems, Glas und Porzellan einzufärben.
Ultramikroskop von Carl Zeiss Jena, 19121903 erfand Zsigmondy in Zusammenarbeit mit H. Siedentopf das Ultramikroskop, eine Art Mikroskop, das den Tyndall-Effekt nutzt, um die Präsenz von Partikeln als leuchtende Flecken auf einem dunklen Hintergrund darzustellen, so dass sie leichter zu entdecken sind.
1925 erhielt er für seinen Nachweis der heterogenen Art von Kolloidlösungen und für die Erfindung des Ultramikroskopes den Nobelpreis für Chemie.
Seine Studien bezogen sich im Wesentlichen auf die Analyse von GelsIn seinen Arbeiten untersuchte Zsigmondy die Herstellmethoden von Solen, die Struktur und Stabilität von Micellen sowie die Art der Gels und der sogenannten Schutzkolloide. Seine Arbeit hatte Einfluss auf nahezu alle Gebiete der Kolloidchemie. Auch erfand er zwei Arten von Filtern, einen Membranfilter und einen Ultrafeinfilter, mit denen Partikel in Bakteriengröße separiert wurden. Seine wissenschaftliche Laufbahn setzte er als Professor in Göttingen fort (1907-1929), wo er einige Jahre nach seiner Pensionierung verstarb. Der Krater Zsigmondy auf dem Mond wurde ihm zu Ehren so genannt.
Bakterien auf einem Membranfilter mit einer Porengröße von 0,2 µm